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Technikmißtrauen

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Eingeordnet in: Computer, Weltsicht

Computer sind eine nette Sache, und ich arbeite gerne mit ihnen, aber ich traue ihnen nicht. Ich bin ein Freund der modernen Technologie aber gleichzeitig auch ihr Gegner. Computer sind im Vergleich mit der normalen Welt viel zu undurchsichtig.
Gehe ich morgends aus dem Haus, schliesse ich die Tür ab, in dem ich den Schlüssel ins Schloss stecke, den Schliesszylinder drehe, den Schlüssel wieder herausziehe und üblicherweise, aus Macht der Gewohnheit, noch mal die Tür drücke. Dieser Vorgang ist direkt an meine unmittelbare Sinneswahrnehmung gekoppelt - das Klicken des Zylinders, der leichte Widerstand, den ich aufbringen muss, um den Bolzen in den Türrahmen zu bewegen, die verschlossene Tür.

Bei einem Computer ist all dies anders. Meine unmittelbare Sinneswahrnehmung reicht vielleicht gerade mal dazu aus, um zu hören, ob die Maschine läuft und ob z. B. die Festplatte angefahren ist, ob die Lüfter drehen usw. Für alles, was die weitere Funktionalität des Rechners angeht, bin ich auf den Rechner selbst angewiesen; selbst eine relativ einfache Aufgabe, wie z. b. den Speicherplatz auf der Festplatte zu bestimmen, erfordert die Zuhilfenahme eines Programms. Eines Programms, dass zu diesem Zeitpunkt bereits manipuliert sein kann, und mir beispielsweise nur das anzeigt, was ich sehen soll, und mehrere Gigabytes MP3s unterschlägt.
Es gibt natürlich Methoden, dagegen vorzugehen; ich kann Prüfsummen der entsprechenden Software bilden und diese in regelmässigen Abständen vergleichen. Da aber die Prüfsumme auch von einer Software gebildet wird, ist es keine fundamentale Lösung des Problems, sondern erhöht nur den Aufwand für den Angreifer.

Das die Vernetzung und die Digitalisierung der Welt fortschreitet, halte ich für keine gute Idee. Es gibt einen alten Witz, wonach man ein Auto, wäre es wie ein Rechner, regelmässig aus und wieder anstellen müsse, damit man weiterfahren kann; dieser Witz wurde leider schon Realität - ich fuhr mit einem Bus, dessen Tür sponn, worauf der Fahrer ausstieg, um den Bus herumlief, den Bus ausschaltete und wieder neu startete. An der nächsten Haltestelle wiederholte sich das Ritual, wonach die Fahrt ungestört fortgesetzt werden konnte.
Mobiltelefone sind mittlerweile so leistungsfähige Minirechner geworden, dass man auf ihnen nicht nur Spiele spielen kann, sondern dass die ersten Handy-Viren aufgetaucht sind.

Ich gehöre zu denen, die sich auskennen. Ich bin jedoch weit davon entfernt zu sagen, dass ich die Technik beherrschen würde, und ich glaube auch nicht, dass es sonderlich viele Menschen gibt, die das tun, wenn überhaupt. Selbst wenn es sie gibt - sie sind eine Minderheit. Die fortschreitende Technisierung raubt der Mehrheit der Menschen zunehmend die Möglichkeit, die Alltagswelt mit ihrem gesunden Menschenverstand zu erfassen; dies ist ein hoher Preis, und ich sehe nicht wirklich, dass wir überall einen annähernden Gegenwert bekommen.

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