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China

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Eingeordnet in: Weltpolitik

Von einem amerikanischen Karikaturisten gab es eine Zeichnung, in der zwei Forscher einen Pandabären inmitten eines Haufens leergetrunkener Ölbüchsen entdeckt, die nächste gerade angesetzt. Kommentar: "Ui, sie essen nicht nur Bambus". Dies war natürlich ein Seitenhieb auf den angeblichen Rohstoffhunger und Durst des "Drachens", der in Fernost heranwächst und sich anschickt, amerikanischen Offroadern das Benzin wegzusaugen.
Auch hierzulande wird China gerne in Zusammenhang mit Rohstoffen erwähnt - die Chinesen kaufen die Märkte leer, die Chinesen verursachen Preissteigerungen und und und.

Schön. Nur leider wird dabei oft vergessen, dass das eine Menge mit uns selbst zu tun hat - die "Made in China"-Schilder auf unseren Produkten sprechen für sich. Unvergessen die Peinlichkeit, als George W. Bush in einer "amerikanischen Firma" vor "amerikanischen Arbeitern" eine Rede halten wollte, und als Kulisse Kartons mit der Aufschrift "Made in USA" hernahm. Wie sich herausstellte, waren die Kartons natürlich gefälscht, da in der Fabrik ausser "Made in China" nichts aufzutreiben war.
In einem anderen Bericht las ich, dass die Luftverschmutzung in China zunimmt. Sie ist aus dem Weltraum zu beobachten. Ein Kollege kam heiser aus China zurück, weil die Luft seine Stimmbänder angegriffen hatte. Hier hingegen verbessert sich die Luftqualität zunehmend. Kokswerke, die wir hier abgebaut haben, fanden in Fernost dankbare Abnehmer. Unterm Strich hat sich also wenig verändert, wir haben nur das Industriegebiet ausgelagert.

Den Chinesen Verschwendung und Gier zu unterstellen ist gerade aus US-amerikanischer ein Hohn. Natürlich ziehen die Chinesen eine Menge an Rohstoffen - das tun sie aber unter anderem auch, um billige DVD-Player für unsereins herzustellen. Insofern wäre die Rohstoffmenge eigentlich kein Problem, weil ein Wohngebiet im Grunde weniger Rohstoffe als ein Industriegebiet benötigt. Nur leider haben wir uns das Verschwenden angewöhnt. Was die USA früher an Erdöl für die Produktion importiert haben, landet jetzt teilweise im Tank von SUVs, wo es verfeuert wird, ohne einen grösseren ökonomischen Nutzen zu bringen.

Es ist also keinesfalls so, dass die Chinesen uns etwas wegnehmen. Sie nehmen sich das, was sie benötigen, um uns herzustellen, was wir haben wollen, und bezahlen es von unserem Geld. Die USA hingegen nehmen sich das, was sie benötigen, teilweise mit Gewalt, schon alleine deshalb, weil sie es nicht mehr lange werden bezahlen können.

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