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Soll die Familie existieren?

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Eingeordnet in: Gesellschaft, Weltsicht

Die Familie ist das vielbeschworene Ideal wertkonservativer Kreise. "Familie" las ich nicht nur auf den Plakaten fundamentalchristlicher Splitterparteien, sondern natürlich auch auf den grossen Plakatwänden der etablierten Volksparteien. Mit dem Ideal der Familie ist noch Wahlkampf zu machen.
Die Realität der Familie sieht in meinen Augen anders aus. Der Anteil derjenigen in meinem Bekanntenkreis, die durch Familie teilweise bis an den Rand der Lebensuntüchtigkeit deformiert wurden, ist aus meiner Sicht erschreckend hoch. Nun habe ich keine harten Zahlen im Hintergrund, dennoch ist es für mich Motivation genug, den Begriff der Familie grundsätzlich zu hinterfragen.

Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob von unserer eigentlichen Anlage als Gattung die Familie, wie wir sie heute als Ideal definieren (Mutter, Vater, Kind, Kind), überhaupt vorgesehen ist. Gehen wir mal nur lächerliche 10.000 Jahre zurück, sind auf einmal die ganzen Städte verschwunden und wir finden kleine Menschengruppen vor, die in dörflicher Gemeinschaft leben oder als Nomaden durch die Landschaft ziehen. Meiner Meinung nach ist die überschaubare Kleingruppe, wie wir sie noch heute bei indigenen Völkern vorfinden, der Disposition der Menschheit entsprechend. Damit lässt sich auch die Sehnsucht der heutigen Menschen nach diesen überschaubaren Gruppen erklären, und wieso z. B. freikirchliche Gemeinden den Grosskirchen Gläubige abjagen - in der kleinen, christlichen Gemeinde findet mensch wieder das, was er vor tausenden von Jahren aufgab, um sich gewaltigen Städten hinzugeben.

Jedenfalls erscheint mir die "Kernfamilie" in einer solchen Struktur schwer denkbar. Die oben beschriebene Gemeinschaft etwa eines Stammes ist ja nicht nur räumlich vorhanden, sondern auch sozial: eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. In dieser Gemeinschaft dürfte es auch bei der Kindererziehung sehr viel mehr eine Arbeitsteilung gegeben haben - Kinder wurden gemeinschaftlich erzogen, die älteren werden mit den jüngeren spielerisch gelernt haben. Die lange Fixierung der Kinder auf die Eltern sowie die faktische und auch emotionale Abhängigkeit, die erst eine systematische Deformation ermöglichen, waren nicht vorhanden.

Meine Hypothese soll keinesfalls als "früher war alles besser" aufgenommen werden. Ich habe wenig Lust darauf, in einer untechnisierten Welt Mammuts jagen zu müssen. Jedoch erklärt es für mich gleich zwei Dinge - wieso Familien so häufig katastrophale Auswirkungen haben und wieso Menschen sich heute nach Lebensmodellen sehnen, die ein ursprüngliches Element beinhalten.

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