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WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)

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Kennen wir nicht alle die Werbung vom WLAN, in der vergnügte Menschen ihre Netzwerkkabel entfernen, sich auf die Terasse setzen und freudig drauf los surfen?
Jene Utopie sollte heute Realität werden, als ich einen Laptop mit Intel Centrino in einen T-Punkt trug, um dort den T-Hotspot zu probieren. Die Karte fand das Netz auch, man musste sie noch ein wenig konfigurieren, jedoch ging es danach nicht weiter. Die Frau, die sich um die Sache kümmerte, rief bei ihrer eigenen Hotline an, worauf hin viel hin und her gefachsimpelt wurde, bis der Techniker schliesslich zu dem Schluss kam, dass die SSID des Rechners an das Funk-LAN angeglichen werden müsse. Eine Möglichkeit zum Einstellen der SSID konnte aber auch nach längerem Suchen nicht gefunden werden, hierzu gibt es üblicherweise eine Zusatzsoftware vom Hersteller des Systems. So wurde es mir auch klar, denn wir haben den Laptop mit XP Professional anstelle von XP Home erhalten, einen Dienst, den die Lieferfirma für uns erledigt hat, dabei wohl eben diese Software bei der Installation vergessen hat und ich mangels Erfahrung mit W-LAN nicht auf die Idee gekommen bin, dass diese noch fehlt. So weit so gut, an dieser Stelle entschlossen wir uns also, das Zeug zusammenzupacken und die Sache im Büro in Ordnung zu bringen.

Die Frau begann dann jedoch, sich vehement mit dem Techniker auseinanderzusetzen - das müsse doch gehen, man könne doch nicht den Kunden so einfach wegschicken, der käme ja nie wieder usw. usf. Ich vermute mal stark, dass die Telekom-Leute auf irgendeine unmenschliche Art geschult werden - sie dürfen nette Rollenspiele machen, mit Frau Kunde und Herr Freundlichkeit-ist-mein-Name. In diesem Spiel kam wohl nie vor, dem Kunden zu sagen, "bitte bringen sie ihr Zeug in Ordnung, bevor sie uns wieder belästigen", nein, vermutlich wird den Leuten eingebläut, die Schuld stets auf sich zu nehmen bzw., wie im Verlaufe des Gesprächs ebenfalls anklang, die Aufmerksamkeit auf Produkt und Verkauf zu richten - "ach, wir hätten da noch ein Telekom-WLAN...".

Es ist ja meine These, dass sich der real existierende Kapitalismus immer weiter dem verschiedenen Sozialismus dahingehend annähert, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen der Welt in den Büros der Funktionäre und der Welt da draussen gibt. Schliesslich hat die Wirtschaft der DDR dauernd das Plansoll übererfüllt, es gab aber dennoch nichts.
Wir haben zwar kein Zentralkomitee am Hals, dafür aber irgendwelche abgehobenen Manager und Marketingfritzen, die vermutlich noch nie eines ihrer Produkte in der Hand gehalten haben und auch nie für acht Stunden hinter irgendeinem Tresen gestanden sind. Die rennen alle Jahre einem neuen Trend der Unternehmensführung hinterher, in der irrigen Annahme, man könnte ein Unternehmen - bzw. die beteiligten Menschen - in irgendein erfolgsgarantierendes Schema pressen.

Ich persönlich reagiere sehr allergisch darauf, wenn man mich für dumm verkaufen will. Niemand muss sonderlich höflich oder nett zu mir sein; mehr als ein wenig echten Respekt verlange ich nicht. Ansonsten ist für mich das Kaufen eine einfache Sache: ich habe das Geld, sie haben die Ware, ich gebe ihnen das Geld, sie mir die Ware, wir beide sind glücklich und zufrieden, darüberhinaus brauche ich keine Boni oder Gutschriften und bitte, bitte, lasst mich mit euren Strategien, Philosophien und Missionen in Ruhe.

Dieser Text ist Teil der Serie Geheimnisse des Kapitalismus

Kafkaeske Einkaufserlebnisse
Trockenwasser (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil I.)
WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)
Kommunikation mit Firmen
Portale
Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung
JPEG, Digitalkamera
Digitale Spiegelreflex als Grabbelware
Steigerung der Persönlichkeitsstörung
Homepages von der Magentacom
"Lizenzkauf"

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