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Zum Krieg zu wenig, zum Frieden zuviel

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Eingeordnet in: Weltpolitik

Die Stärke der USA, nämlich ihre erdrückende Luftüberlegenheit, ist zugleich auch ihre Schwäche. Es ist bekanntermassen nicht möglich, ein Land nur durch Luftangriffe zu erobern, aber noch weniger ist es möglich, ein Land dauerhaft aus der Luft zu beherrschen und zu befrieden.
Angeblich auf Husseins Hinweise hin haben die USA heute Teile Bagdads bombardiert, was im Grunde absurd ist: man hält ein Land besetzt und führt dennoch eine kriegerische Auseinandersetzung weiter. Es zeigt, dass die USA das Land nicht besetzt halten, so wie die Wehrmacht Frankreich und später die Alliierten Deutschland besetzt gehalten haben. In Wirklichkeit kontrollieren die USA nur einige strategische Punkte, wie bereits in Afghanistan und dem historischen Urgespenst Vietnam. Weite Teile des Landes, und anscheinend auch Teile der Städte sind nach wie vor "Feindesland" bzw. werden wie solches behandelt.

Dies ist eine fatale Situation. Ich gehe davon aus, dass der normale Durchschnittsiraker ein ähnliches Bedürfnis nach Sicherheit in Form eines überschaubaren, kontinuierlichen Lebens hat wie ich und der Rest der Menschheit auch. Solange es Frieden und Ordnung gibt und man keine sonderlichen Exzesse jedweder Art zu fürchten hat, dürften die meisten Menschen zufrieden genug sein, um die USA abseits der irakischen Version eines Stammtisches USA sein zu lassen und sich ansonsten um die Sorgen des Alltags kümmern.
Wenn aber die Besatzer nicht nur Besatzer sind, sondern weiterhin einen endlosen Krieg im eigenen Lande führen - und zwar auf militärisch hohem Niveau, nicht nur mit Razzien und Kontrollen - dann macht es schnell keinen Unterschied mehr, ob man sich mit der Situation arrangiert oder nicht. Luftangriffe sind tendenziell unpräzise, Fehler durch Piloten, kommandierende Offiziere und vor allem die geheimdienstliche Aufklärung sind nicht ausgeschlossen. Jede dieser Aktionen bringt also das Risiko mit sich, das bis dato passive Durchschnittsiraker von den Maßnahmen betroffen werden. Wenn es aber keinen Unterschied mehr macht, ob man sich arrangiert oder nicht, wenn den Besatzern Willkür unterstellt werden kann, bricht das ohnehin fragile Verhältnis zwischen Besatzer und Besetztem vollends zusammen. Dann nimmt der Durchschnittsiraker die Waffe in die Hand und den Kampf auf.

Dieser Text ist Teil der Serie Krieg gegen den Irak

Demokratie funktioniert
Sie tun es also doch...
Der Krieg kommt, die Kurse steigen...
Dummschwätzer!
Art imitates Life
Sieg!
Plünderungen
Unendlich die Hybris
Wenn Dummheit wehtäte...
Zum Krieg zu wenig, zum Frieden zuviel
Die richtige Strategie...

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