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Kafkaeske Einkaufserlebnisse

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Eingeordnet in: Gesellschaft, Weblog

Wenn Kapitalismus schon die Entfremdung des Menschen von seiner Arbeit und die imperialistische Unterdrückung irgendwelcher indigener Völker in der Dritten Welt durch faschistoide Monopolkapitalisten bedeutet, könnte man ihm wenigstens zu gute halten, dass wir wenigstens Freie Marktwirtschaft haben und uns jeden Konsumwunsch erfüllen können, sofern wir zuvor artig genügend Runden im Hamsterrad des Lebens und Geldanhäufens absolviert haben.

Pustekuchen.

Im Internet, mag man ja meinen, findet der Konsument von heute zu konsumierende Waren und ihre Preise sowie Bezugsquellen. Anscheinend ist aber niemand wirklich daran interessiert, dass mein Geld in seine Taschen wandert; anders kann ich mir nicht erklären, dass es unnötig kompliziert ist, an eine Ware der Wahl zu kommen.

Beginne ich mit der Suche bei Google, finde ich zunächst tonnenweise Seiten, die sich mit Seiten beschäftigen, die wiederum Seiten zum Inhalt haben über Seiten, auf denen irgendwann dann mal ein Link zu einer Seite führt, auf der tatsächlich mal ein Produkt direkt feilgeboten wird.
Auf den Seiten der Versandhändler scheint es, als müsse man sich erst mit einer Mausmachete den Weg durch Sonderangebote und Extras aller Art freihauen, um endlich zu dem zu gelangen, was man will - nein, ich will kein Familienbesteckset haben, sondern schaue nach einer Mikrowelle!

Schliesslich ging ich Old Economy-like in einen Laden (wie demütigend), wo ich erst unschlüssig vor einem Haufen Mikrowellen stand, bis ich mir einen der Angestellten schnappte, mit dem sich in etwa folgendes Gespräch entspann:

Verkäufer: Diese Mikrowelle ist im Angebot. Ist gut.
Ich: Was ist der qualitative Unterschied zwischen der (zeigt auf Angebot für 199.95) und der (zeigt auf Gerät für 349.95).
V: Keine qualitative Unterschied. Sind alle gleich.
I: Äh, wenn alle gleich sind, warum kostet diese dann 199.95, die andere aber 349.95? Hat die andere mehr Funktionen oder ist robuster?
V: Nein, alle gleich.
usw. usf...

Wir halten also fest, dass niemand daran interessiert ist, Produkte zu verkaufen. Vermutlich stellt auch niemand mehr etwas her, weil man sich mittlerweile besser mit Patent- und Markenrechtsklagen über Wasser halten kann (von Produkten, die es nicht gibt).

Dieser Text ist Teil der Serie Geheimnisse des Kapitalismus

Kafkaeske Einkaufserlebnisse
Trockenwasser (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil I.)
WLAN (Geheimnisse des Kapitalismus, Teil II.)
Kommunikation mit Firmen
Portale
Konzern mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung
JPEG, Digitalkamera
Digitale Spiegelreflex als Grabbelware
Steigerung der Persönlichkeitsstörung
Homepages von der Magentacom
"Lizenzkauf"

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