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Der Mensch

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Eingeordnet in: Natur, Weltsicht

Heute hatten meine Kolleginnen einen Strauss Sonnenblumen ins Büro gestellt, jetzt im Sommer kaum eine ungewöhnliche Handlung. Ich stellte mir jedoch die Frage, wie diese Pflanzen gelebt hatten, bevor wir auf die Idee gekommen waren, sie Sonnenblume zu nennen und schön zu finden.
Eine kurze Internetrecherche ergab allerdings gerade, dass diese Pflanzen vor uns gar nicht lebten; sie sind das Ergebnis unseres Einflusses. Wie dem auch sei, es gibt genug Pflanzen, die schon vor uns existierten. Sie lebten unter dem gleichen Himmel, wuchsen, blühten und verwelkten im Wechsel der Jahreszeiten, wurden beregnet und von Stürmen geschüttelt. Der Planet, eine einzige, weite Landschaft, in denen nichts weiter geschah als wachsen und sterben, fressen und gefressen werden. Über die Jahrmillionen gesehen gab es immer wieder einschneidende Katastrophen, danach aber stiegen neue Arten empor und tummelten sich schon bald zwischen den Knochen ihrer besiegten Vorgänger.

Eines Tages geschah etwas Unvergleichliches: das erste vernunftbegabte Wesen trat auf den Plan, der Mensch.
Der Boden erbebte nicht und es kam auch kein Sturm auf; kein Schnittpunkt wird dort gewesen sein, gewaltig wie der Einschlag eines Asteroiden, sondern die langsame Höherentwicklung von Wesen zu höheren Wesen, so wie der Winter in den Sommer übergeht und niemand zu sagen vermag, wann das eine endet und das andere beginnt.

Jene kleinen, feingliedrigen, gegenüber einem Asteroiden gerade zu schwächliche und zerbrechliche Gestalten, die in ihrer Geschichte vermutlich mehr als einmal an der Grenze zur Ausrottung dahinvegetierten, wurden mehr als alles andere zum bestimmenden Faktor für den gesamten Planeten, läuteten eine neue, zuvor nicht dagewesene Ära ein.
Der Mensch drang in jede Klimazone vor, eroberte jeden Lebensraum, kann sich als einzige Spezies in den Tiefen der Ozeane als auch in den Weiten des Alls nahezu frei bewegen. Sein Einfluss veränderte Landschaften und rottete unzählige Spezies aus.

Heutzutage ist der Mensch der bestimmende Selektionsfaktor für alles Leben auf dieser Welt. Den englischen Rasen pflegt er, den Löwenzahn aber schneidet er aus; eine Pflanze, die dem Menschen nützt hat Vorteile gegenüber der Pflanze, die dem Menschen schadet. Genauso ist es mit den Tieren, von denen einige das Glück haben, knuffig auszusehen während andere nur laufende Fleischlieferanten darstellen.

Die Atomwaffen, die sich der Mensch gebaut haben, geben ihm die zweifelhafte Macht, sich als Extinction Level Event den Asteroiden gleichzutun und jedes höhere Landlebewesen auszurotten. Sein Wissen könnte aber auch dazu führen, weitere ELEs von dem Planeten abzuwenden oder gar, wenn es ihm eines Tages möglich ist, die interstellaren Distanzen zu überbrücken, die Saat des irdischen Lebens im ganzen Universum zu verstreuen, allen voran Sonnenblumen und kuschelig-pelzige Sympathieträger.

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