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Herrliches Art-Deco

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Eingeordnet in: Weblog, Kunst

Neben Pizza Salami gehört Art-Deco zu den wenigen gescheiten Dingen, die je von der Menschheit hervorgebracht worden sind; unter allen Stilrichtungen der menschlichen Kunstgeschichte ist Art-Deco zweifellos die schönste. Art-Deco ist kraftvoll und elegant.
Die Zeit des Art-Deco sind die 20er und 30er Jahre. Eine Zeit, geprägt von einer Aufbruchsstimmung (moderne Technologien wie Fernkommunikation, Elektrizität, Flugzeug und Automobil wurden massentauglich), der Grossen Depression und schliesslich den düsteren Vorzeichen des 2. Weltkrieges. Trotz aller Schrecken muss die Verheissung einer Neuen Zeit zum greifen nahe gewesen sein; entweder durch Technologie (Amerika), die Herrschaft des Proletariats (Sowjetunion) oder Stärke und Ordnung (Faschismus) (1).

So kann man auch in der faschistoiden Nazi- und Sowjetarchitektur Stilelemente des Art-Deco wiederfinden, jedoch ins brutale übersteigert, kraftvoll aber ohne die leichte Eleganz des Originals.
Art-Deco wiederum ist ein eklektischer Stil, zugegeben; zusammengeklaut aus anderen Epochen. Jedoch bedient sich Art-Deco nicht wie so oft andere Stilrichtungen an den Römern oder Griechen, sondern lässt vor allem Elemente der südamerikanischen Hochkulturen, etwa der Azteken, in das Äußere mit einfliessen. Anders als der schlichte Bauhaus-Stil (den wir leider bis heute nicht losgeworden sind) verwendet Art-Deco Verzierungen, jedoch ohne je überladen und verschnörkelt zu wirken. Die Verzierungen sind sehr abstrakt gehalten, so wie auch Figuren und Bilder sich flächig und kantig auf das Wesentliche reduzieren.

Das Wesentliche, und das krafterzeugende, scheint mir das Streben des Art-Deco zu sein; vor allem in seinen Bildern, Plastiken, Gebäuden und Verzierungen strebt es stets, nach vorne, nach oben. Als der Baustil der Wolkenkratzer ist es dem Stil schon in die Wiege gelegt, nach oben zu streben. Das Empire State Building oder das Chrysler Building in New York, beide recht würdige Vertreter, sind nicht nur einfach hoch, sondern sie wachsen empor und erzeugen durch die stückweise Verjüngung nach oben hin das Bild eines Gebäudes, dass sich bis zum Schluss nach oben reckt und streckt.
Ansonsten ist die Bewegungsrichtung nach vorne, Vorwärts!, in die Zukunft, alle Widerstände beseitigend, die Stoßrichtung einer zunehmend technisierten Gesellschaft, die immer schneller neue Technologien erfindet und in Pionierarbeit die notwendige Infrastruktur herstellt.

Aber dann, und dies ist der überaus traurige Ausgang dieser Geschichte, kam der 2. Weltkrieg und zermalmte jedwede Hoffnung. Denn die Technologie wurde zum Werkzeug des Schreckens in unseren Händen; spätestens nach der industriellen Massenvernichtung in Auschwitz und der atomaren Vernichtung von Hiroshima und Nagasaki hat sie die Unschuld verloren und wir ebenfalls - mal wieder.

(1) Hatten die Faschisten eigentlich irgendein weiterführendes Zukunftskonzept ausser "Wir erobern die Welt und laben uns daran"?

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