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China und das geistige Eigentum

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Eingeordnet in: Weltpolitik

Der in Das Geistige Eigentum und der Westen angerissenen Problematik folgend, beklagt die deutsche Wirtschaft den "Technikklau" in China und möchte, dass sich die Bundeskanzlerin einsetzt.

Das wird einigermaßen fruchtlos bleiben. Damit ich meinen Anspruch auf geistiges Eigentum durchsetzen kann, bin ich entweder auf die Kooperation der anderen Menschen oder auf ein durchsetzungsfähiges Rechtssystem angewiesen. Da man die Kooperation als "nicht gegeben" annehmen kann, bleibt nur das Rechtssystem. Im Konflikt zwischen mir und Hinz Kunze ist das der Deutsche Staat, im Konflikt zwischen China und Deutschland gibt es nur internationale Verträge, auf deren Einhaltung zwar gepocht, die letzlich aber nicht effektiv durchgesetzt werden können, zumindest nicht gegenüber einer Großmacht.

Eine klassische Vorgehensweise wäre ein Handelskrieg, etwa hohe Einfuhrzölle auf chinesische Produkte. Doch letzlich sind wir von den Chinesen abhängiger als sie von uns. Unsere Wirtschaft benötigt die Produktionsstandorte in China und den Absatzmarkt. Es war absehbar, dass der Transrapid kopiert werden würde, die einzige Alternative wäre aber gewesen, ihn gar nicht erst zu bauen. Der Anbieter hat auf den Werbeeffekt gehofft.

Die realistische Gefahr ist, dass die Chinesen kurze Zeit später ihr eigenes Konzept aus der Tasche ziehen und mit einem deutschen Unternehmen in Konkurrenz treten. Da uns die Chinesen (auf Kosten ihrer Umwelt und ihrer Arbeiter) derzeit noch unterbieten können, müssen wir gar nicht erst versuchen, sie "auszuproduzieren".

Das auf Geistigem Eigentum basierende Geschäftsmodell sieht vor, dass man Geld für die Entwicklung ausgibt, um dieses später wieder reinzuholen, während man durch Patentschutz ein Monopol geniesst und Lizenzen verkaufen kann (besser gesagt läuft beides parallel: mit dem unter Patentschutz verdienten Geld zahlt man die laufende Forschung). Dieses Geschäftsmodell ist in Zusammenhang mit China nicht mehr ohne weiteres tragfähig. Statt dessen sollten sich die westlichen Länder darauf besinnen, ihren Wissensvorsprung weiter auszubauen. Im längerfristigen Verlauf werden die Chinesen einerseits die Grenze dessen erreichen, wie weit sie sich selbst und ihre Lebensgrundlage ausbeuten können. Und wenn sie uns entwicklungsmässig langsam einholen, werden sie vermutlich den Wert des Geistigen Eigentums schätzen lernen, weil sie dann selbst mehr davon haben.

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