Die Flagge des Marasek

Dekostreifen

English

Aktuell Texte Der Comic Impressum Kalender Suche PHP-Klassen Container-Wizard main.s21

Kategorien

Buch
Computer
Computerspiele
Film
Geschichte
Gesellschaft
Idee
Kunst
Natur
Persönlich
Politik
Programmieren
Religion & Philosophie
Weblog
Weltpolitik
Weltsicht
{{login}}

Gesetze! Gebt uns Gesetze!

Permalink
Vorheriger: Conan, der nette BarbarNächster: Ehre wem Ehre gebührt
Eingeordnet in: Computerspiel, Gesellschaft, Politik

Heute sorgte die Nachrichtenmeldung für Erheiterung, daß die Bundesprüfstelle für jugendgefährdendes Sonstwas demnächst auch Internetinhalte indizieren können soll. Das ist lustig, eine Indizierung ausgesprochen durch die BPjS dürfte ähnlich wirkungsvoll sein wie der "Erlass des Marasek Nummer 25: Aufforderung an Israel und (noch nicht) Palästina zur sofortigen Beendigung des Nahostkonfliktes". Das Internet ist sehr gross; geht man nicht her und filtert massiv, wird man gegen im Ausland gehostete Inhalte wohl kaum etwas ausrichten. Aber wer weiss, vielleicht wird es ja Zeit für einen neuen "antifaschistischen Schutzwall", bzw. eine Firewall.

"Erfurt" hat mittlerweile einen ähnlich absurden Charakter angenommen wie "11. September". Damals erkannte man, das 20 Schläfer hier in aller Ruhe mit legal erworbenen Visa ihren Schwachfug vorbereitet haben. Als logische Schlussfolgerung musste man die angeblich fälschungssicheren deutschen Ausweise verbessern und das Biometriethema in den Raum stellen - damit zukünftige Terroristen noch fälschungssicherere, legal erworbene Ausweise haben.
Deutschlands Gesetze gegen gewaltverherrlichende Inhalte dürften zu den Strammsten weltweit gehören. Deswegen durften wir in Command & Conquer mit "Androiden" in den Krieg ziehen, anstatt mit normalen Soldaten. Selbst als seit einiger Zeit über 18jähriger darf ich noch Spiele spielen, bei denen der deutsche Staat dafür gesorgt hat, daß ich nichts zu sehen bekomme, was schädlich für mich sein könnte. Ein Glück, so darf man zb. "Return to Castle Wolfenstein" die "Wölfe" anstelle der "Nazis" bekämpfen; denn wenn man in einem Spiel Hakenkreuze darstellt, schadet das wohl dem Spieler (in Filmen anscheinend nicht). Jetzt sollen die Gesetze noch weiter verschärft werden - die Frage ist nur, was man eigentlich noch verschärfen will.
Was natürlich auch verschärft werden muss, sind die Waffengesetze - das scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar zu sein. Betrachten wir aber mal, wie der Amokläufer an seine Waffen gekommen ist: beides Waffen, die er noch nicht gemeldet hatte, und die er wahrscheinlich wieder hätte abgeben müssen, nach dem alten, "laschen" Waffengesetz. Das Gesetz war also angemessen, wurde nur umgangen / von der Behörde nicht richtig angewendet. Logische Konsequenz auch hier: man muss das Gesetz verschärfen (und hoffen, daß sich jeder dran hält).

Die Verantwortlichen unseres Landes müssen ihren Wählern zeigen, daß sie Herr der Lage sind, das alles zu managen ist. Ereignisse wie "Erfurt" oder "11. September" stören dieses Bild - so wie ein "Bluescreen of Death" unter Windows die Illusion einer schönen, funktionierenden graphischen Benutzeroberfläche stört. Man erkennt, daß unter dem hübsch funktionierenden Äußeren etwas anderes lauert.
In der Kette der Faktoren, die zum Ausrasten des Robert S. geführt haben mögen, sind Computerspiele und Waffen die schwächsten Glieder. Sie lassen sich scheinbar schnell aus der Welt schaffen, in der Hoffnung, dadurch in Zukunft weitere "Erfurts" zu verhindern - eine Hoffnung, die man den Wählern verkaufen kann. Andere Faktoren - die sich nicht oder nur langfristig beeinflussen liessen - bleiben aussen vor, und so werden die getroffenen Maßnahmen eher schaden (denjenigen, die Spiele spielen oder Waffen besitzen ohne 16 Leute zu erschiessen) als nützen.

Kommentieren

Bitte beachten: Kommentare sind nicht sofort sichtbar, sondern werden erst nach einer kurzen Prüfung freigegeben, sofern keine rechtliche Beanstandung vorliegt.
Rechtlich bedenkliche Inhalte werden entweder entschärft oder nicht veröffentlicht.

* Titel  
* Nickname  
* Kommentar