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Das Forenproblem

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Eingeordnet in: Computer, Gesellschaft, Idee

Wenn man ein herkömmliches, beliebtes Internetforum betrachtet, wird man meist ein gravierendes Problem feststellen: Trolle. Viele Trolle. Mittlerweile besteht z. B. das Heise-Forum fast nur noch aus Trollen.

Moderatoren

Trolle lassen sich durch Moderatoren im Griff halten, persönlich habe ich aber eine starke Abneigung gegen Moderatoren. Warum? Nun, Moderatoren haben eine gewisse Form von Macht, und Macht lässt viele Menschen austicken. Ich habe mehr als ein Forum gesehen, in denen Moderatoren ihre Macht "nach Nase" verwendet haben, sprich Freunde durften sich mehr rausnehmen als Fremde, oder ein Moderator hatte seine persönlichen Lieblinge / Feinde.
Moderatoren wiederum ziehen einen Typ von Poster, den "Rebel without a clue" (planloser Rebell) magisch an. Dabei handelt es sich um Individuen, die ein grundsätzliches Problem mit Autorität haben. Die Maßnahme eines Moderators kann also im schlimmsten Fall ellenlange Diskussionen nach sich ziehen und dabei noch Gruppenbildung erzeugen. Am Ende ist viel Porzellan zerschlagen, über eine unter Umständen recht harmlose Maßnahme.

Bewertungssystem

Um der Trollplage Herr zu werden, hat heise die Möglichkeit eingeführt, Beiträge positiv oder negativ zu bewerten. Seither besteht bei typischen Trollthemen (Sicherheitslücke in X, neue Version von Y) die Beitragsliste hauptsächlich aus mehr oder minder rot gefärbten Beiträgen.
Leider haben viele Mitglieder des Heise-Forums aber nicht begriffen, dass sich die Bewertungsfunktion hauptsächlich auf die Form des Beitrages beziehen sollte, nicht darauf, ob einem Teilnehmer die Meinung in den Kram passt. Jemand, der meine eigene Position unterstützt, mag dennoch ein hirnloser Troll, ein Gegner aber ein fähiger Teilnehmer sein. Dies führte in der Vergangenheit mehrmals zu der Situation, dass um Forenbeiträge "gerungen" wurde, sprich sie pendelten zwischen rot und grün herum.
Das Problem ist, dass jeder Beiträge bewerten kann, also können Trolle das System unterlaufen. Trolle handeln per se irrational.

Netzwerk des Vertrauens

Sinnvoller wäre es, anstelle des blanken Bewertungssystems ein erweitertes System zu verwenden, dass auf einem Netzwerk des Vertrauens basiert. Ich als Teilnehmer vertraue darauf, dass bestimmte andere Teilnehmer in der Lage sind, gute Beiträge zu verfassen und fremde Beiträge objektiv zu bewerten. Andere wiederum vertrauen oder mißtrauen mir. Ich stelle mir dabei vor, dass ich zwei Objekte bewerten kann, Beitrag und Teilnehmer. Denn Berufstrolle wie das legendäre Pandaschnitzel trollen eben aus Überzeugung, also sollte man ihn von vorneherein ausschliessen können.
Das System sollte zudem weiter abgestuft werden, dahingehend, dass ein Neuling beispielsweise keine oder nur einen Punkt pro Objekt vergeben kann. Je mehr Punkte er selber wiederum sammelt, um so mehr Gewicht erhält seine Stimme.
Man kann aber nicht nur Punkte sammeln, sondern auch verlieren, am besten sogar so, dass man bei Negativwertungen mehr Punkte verliert als man bei Positivwertungen gewinnt, um zu verhindern, dass alteingesessene Teilnehmer nach mehreren Jahren die Langeweile packt und sie anfangen, auszuticken.
Zusätzlich dazu könnte Heise noch besondere Teilnehmer auswählen und ihnen einen Sonderbonus geben, etwa weil der Klarname bekannt ist und sich derjenige von der Masse durch qualitativ höherwertige Beiträge und solides Bewertungsverhalten herausgehoben hat.

Forenrichtlinien, Durchsetzung derselben

Die Durchsetzung von Forenrichtlinien stellt oft ein Problem dar, weil sie, wie oben erwähnt, in vielen Fällen, zu Unfrieden führt. Ganz besonders schlecht ist es, wenn die Regeln willkürlich durchgesetzt werden. Wenn die Willkür entsteht, weil der Betreiber parteiisch ist, werden die Leute schnell unzufrieden sein. Wenn der Betreiber aus Zeitmangel nur teilweise reagiert, wird jede Regel ihre Autorität verlieren.
In meinen Augen muss man die Regeln schnell und vor allem konsequent durchsetzen; ansonsten ist es fast besser, gar keine aufzustellen.

Schlussbemerkung

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie kleinere Gruppen meinen, sich über eine Jahrtausende alte Rechtsgeschichte hinwegsetzen zu können. Es fehlt gemeinhin ein Verständnis z. B. dafür, wieso man Kinderschändern nicht einfach den Schwanz abschneiden oder am nächsten Baum aufknüpfen darf. Kleinere Gruppen meinen daher, dass sie in ihren Beschlüssen einfach richtig und gut handeln können, weil sie ja über alles reden können usw. usf. Das Problem tritt dann auf, wenn Foren oder andere "Communities" wachsen und sich plötzlich mit einer Vielzahl unterschiedlicher, teils gegensätzlicher Interessen konfrontiert sehen. Gelegentlich lässt das Verhalten einer Person auch keine andere Schlussfolgerung mehr zu, dass diese Person schlichtweg mehr oder minder starke psychische Probleme hat und daher kein rationaler Umgang mehr möglich ist.
Probleme treten dort auf, wo dann Regeln emotional und willkürlich angewendet werden oder sich Autoritätspersonen wie Moderatoren emotional, willkürlich oder irrational verhalten.
In der realen Welt gibt es Konzepte, derlei Probleme zu vermeiden. Es gibt die Person Angela Merkel und es gibt das Amt des Bundeskanzlers; es gibt den Polizisten und es gibt die dahinterstehende Person. Ein Polizist darf beispielsweise nicht in Uniform private Tätigkeiten (Einkaufen gehen...) verrichten. Jemand, der in einem Forum Moderatoren ernennt, sollte nachvollziehen können, warum das so ist.

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